ASRock X58 Extreme6

Fazit

  • Ausstattung

Die Austattung ist enorm: 12x S-ATA, 12x USB, 2x FireWire und einmal eSATA sprechen eine deutliche Sprache.  Dieses Board schluckt alles. Die modernen 3er Ports sind allerdings per Zusatzchip über einfache PCIe 2.0 Geschwindigkeit an der IOH angebunden – für maximale Auslastung fehlt es Bandbreite, auch wenn praktisch kein User in diese Verlegenheit kommen wird. Leider ein Problem, dass derzeit alle mit Gen3 aufgerüsteten Mainboards haben. Obligatorisch sind mittlerweile der 7.1 Onboard-Sound, IDE und GB-LAN. Debug-LED und die beiden Start- bzw Resettaster hingegen sind eine praktische Hilfe im Schrauberalltag. Besonders gefällt die Möglichkeit, Front-USB 3.0 dank der mitgelieferten Blende nachzurüsten. Wer will schon unter den Schreibtisch kriechen? Auch die 3-Way-SLI Bridge macht sich gut im Lieferumfang, ist sie doch schwerlich als Zugabe bei Grafikkarten zu finden und muss so nicht extra erworben werden.

  • Layout

Das Layout des X58 Extreme6 gibt sich durchwachsen. Der große Abstand zwischen den PCIe 16x-Slots erfreut SLI User mit Luftkühlung, der ganz untere Slot verärgert Enthusiasten mit drei Grafikkarten und kleinen Gehäusen ohne Wasserkühlung. Außerdem führt dieser Fokus zu einem sehr nach oben gerücktem CPU-Sockel – Achtung bei großen Kühlern und kleinen Gehäusen! Die Anbindung ist tpyisch für X58-Chipsätze, limitiert aber dank PCIe 2.0 auch in Vollbestückung nicht. Der 8-Pin 12 Volt Anschluss mutet zusammen mit den ungünstig platzierten Lüfteranschlüssen wie ein Relikt aus grauer Design-Vorzeit an.

Ansonsten ist das Board angesichts der Anschlußmöglichkeiten zwar an jeder Seite vollgestopft, aber gut zu bestücken. Wie immer geht der erste RAM-Sockel bei Verwendung von hohen Heatspreader in Verbindung mit großen Towerkühlern verloren. Die Kühlung der Spannungswandler und Northbridge ist hingegen nicht im weg.

  • Performance

Leistungsmäßig bietet die Platine keinen Anlaß zur Kritik. Die Benchmarkwerte liegen auf einem Niveau mit dem X58 Vergleichsboard, mal darüber, mal darunter im Rahmen der Messgenauigkeit. Dies gilt auch für die Onboard-Geräte.

Die Leistungsaufnahme weiß im S3 Modus und ausgeschltet zu gefallen. Im Idle und unter Last liegt sie allerdings ein Stück höher als bei der Vergleichsplatine. Vermutlich sind die Vielzahl ans Zusatzchips – neben einer möglichen Serienstreuuung – dafür verantwortlich.

  • Bios und Overclocking

Im BIOS ließen sich keine Schwächen feststellen. Die Lüftersteuerung ist mit einem etwas mageren Regelbereich versehen und die Auto-OC Option wie immer verschwenderisch mit Spannugen. Ansonsten entspricht alles dem guten X58 Standrad.

Auch beim OC ließen sich keine Probleme feststellen. 200Mhz BCKL wurden mühelos erreicht, auch für die 3.6 Ghz wurde eine für diese CPU übliche Spannung benötigt. Mehr ist jedoch mit unserem Muster nicht möglich, wie immer ist das OC hauptsächlich von der CPU abhängig.

  • Alltagstest

Zunächst sorgte das Layout beim Einbau für Sorgenfalten – unbequem, nicht unlösbar. Anschließend war es die S3-Funktion, die Zeit während der Fehlersuche verschlang. Zwar ist die Funktion aller BIOS-Optionen gegeben, aber eine standardmäßige deaktivierung des S3-Modus ist mit „ungeschickt“ noch vorsichtig umschrieben. Kein Problem, wenn man davon weiß… aber darauf hingewiesen wird nirgends.

Die Lüftersteuerung funktioniert, ist aber im Regelbereich begrenzt. Schade, hier besteht Verbesserungsbedarf! Zudem wäre es schön, wenn man auch die drei Pin-Anschlüsse für Gehäuselüfter einen Temperaturschwellenwert zuordnen könnte (Mainboard oder CPU-Temperatur) ab dem diese höher drehen.

Probleme mit zu hohen Temperaturen im Bereich des Chipsatzkühlers konnten wir nicht feststellen. Die Werte liegen hier im grünen Bereich.

  • Zusammenfassung/Wertung

Im Prinzip ist das Extreme6 ein gutes, vor allem aber umfangreich ausgestattetes Mainboard. Freunde vieler Festplatten oder günstiger Homeserver können hier auf ihre Kosten kommen. Problematisch für Enthusiasten könnte das Layout sein, hier gilt es, das eigene Setup mit dem Board und Gehäuse in Einklang zu bringen, auch wenn normalerweise keine Probleme auftreten sollten. S3 und Lüftersteuerung weisen hingegen deutlich Raum für Verbesserungen auf.

Der Preis von 188€ (Günstigster Anbieter, Stand: 8.11.2010) geht für die gebotenen Features absolut in Ordnung. Sechs mal USB und SATA3 findet sich sonst nirgends mit dem X58 Chipsatz. Kaufinteressierte sollten allerdings prüfen, ob die umfangreiche Austattung wirklich benötigt wird – denn hierüber definiert sich das Board vorrangig. Sollte das nicht der Fall sein, könnte ein Blick auf das Extreme3 lohnend sein.

Aufgrund der sehr guten Ausstattung und des guten Alltagseindruckes zu einem sehr attraktivem Preis verleihen wir dem ASRock X58 Extreme6 den PcTreiber.Net Price Award.

h55 price ASRock X58 Extreme6

 

Positiv Negativ
gute Lüftersteuerung… … die noch verbessert werden kann
ordentliches Layout… …mit Schwächen beim 8-Pin Stecker und CPU-Sockel
Gutes BIOS … S3 per default deaktiviert
umfangreiche Ausstattung, „gute“ Zusatzchips
Front USB3
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