AMD Phenom II/Athlon II Overclocking Guide

Moderator: ZRUF

AMD Phenom II/Athlon II Overclocking Guide

Beitragvon ASRock_USer » Sa 19. Sep 2009, 18:12

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Nachdem immer wieder diverse Fragen zum Thema Overclocking der Athlon II/Phenom II CPUs auftauchen, möchte ich das Thema kurz aufgreifen und einen Einstieg in die wichtigsten Dinge bieten.</p>

Wichtig: Momentan findet sich dieser Guide noch im Aufbau. Gerne könnt Ihr Eure Eigenen Erfahrungen/Meinungen posten um diesen Guide zu erweitern/zu verbessern.</p>

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Hinweis: Dieser Guide soll eine grobe Einführung in das Thema Overclocking der Phenom II/Athlon II CPUs bieten. Der Guide erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, die Informationen sind aber nach besten Wissen und Gewissen zusammengestellt. Wie immer gilt: Durch Overclocking verliert Ihr die Garantie Eurer Komponenten und könnt die Lebenszeit möglicherweise negativ beeinflussen. Vor dem Overclocking sollte immer ein Backup der wichtigsten Daten vorgenommen werden.</p>

Zudem stellt dieser Guide nur eine grobe Einführung in das Thema Overclocking da. Overclocking ist nichts, was man zwischen Aufstehen und Frühstück erledigt, daher sollte man gewissenhaft vorgehen. Wer keine Ahnung hat was er gerade tut, sollte es sein lassen und sich vorher genauer informieren.</p>

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Doch genug dem Vorgeplänkel. Kommen wir zum eigentlich Guide. Beginnen wir mit einer Übersicht der wichtigsten Taktraten beim Phenom II:</p>
  1. CPU-Takt
  2. Northbridgetakt
  3. Speichertakt
  4. Referenztakt
  5. HT-Bus Takt
  6. PCIe - Takt


<img src=\"http://www.pctreiber.net/reviews/asrockuser/cpuz_oc.JPG\" alt=\"CPU-Z Phenom II\" width=\"778\" height=\"434\" border=\"0\"></p>

CPU-Takt:</p>

Der CPU-Takt ist der Takt der jeweiligen CPU-Kerne. Er berechnet sich aus dem CPU-Multiplikator und dem Referenztakt (CPU-Multi x Referenztakt).</p>

Northbridgetakt:</p>

Der Takt der in der CPU integrierten Northbridge. Auch der L3 Cache der CPUs taktete mit diesem Takt. Er berechnet sich aus dem NB-Multi und dem Referenztakt.</p>

Speichertakt:</p>

Der Speichertakt ist der Takt des DDR2/DDR3 Speichers (je nach Sockel). Während der Speichertakt bei den K8 CPUs noch über entsprechende Teiler aus dem CPU-Takt gewonnen wurde, wird der Takt beim K10 inzwischen ebenfalls direkt über entsprechende Teiler über den Referenztakt gewonnen.</p>

Referenztakt:</p>

Der Referenztakt ist so etwas wie der interne Taktgeber. Er hat auf die Performance keinerlei Einfluss. Aus dem Referenztakt werden über Multiplikatoren allerdings alle anderen Taktraten gewonnen.</p>

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HT-Bus-Takt:</p>

Der HT-Bus ist die Verbindung zwischen CPU und Chipsatz. Auch der HT-Takt wird über entsprechende Multiplikatoren direkt aus dem Referenztakt gewonnen.</p>

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PCIe-Takt:</p>

Der PCIe-Takt ist der Takt des PCIe-Interface. Je nach Mainboard hängt auch dieser direkt vom Referenztakt ab. In den meisten Fällen lässt sich der PCIe-Takt inzwischen aber unabhängig vom Referenztakt fixieren.</p>

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Wo lohnt das Übertakten?</p>

Aus Sicht der Performance und der Stabilität lohnt sich vor allem das Übertakten der CPU, der Northbridge und des Speichers. Wie unser <a href=\"http://www.pctreiber.net/artikel/47--prozessoren-/325-am3-performanceguide\" target=\"_blank\">AM3 Performanceguide zeigt</a>, lohnt sich ein erhöhter CPU-Takt am meisten. Danach folgt (je nach Anwendung) zuerst ein höherer Speichertakt oder ein höherer Northbridgetakt. Höhere Taktraten beim HT-Bus oder dem PCIe-Takt lohnen aus Performancesicht kaum und führen häufig schnell zu Instabilitäten. Daher wird es das Ziel sein diese Taktraten möglichst nicht zu erhöhen.</p>

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Freischalten der CPU-Kerne möglich?</p>

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Bei den Athlon X3, Phenom II X2 und X3 CPUs ist es mit dem passenden Mainboard möglich die deaktivierten CPU-Kerne freizuschalten. Da ein zusätzlicher CPU-Kern gerade in Multithreaded Anwendungen den größten Performancevorteil mit sich bringt lohnt es sich zuerst zu überprüfen ob sich der Kern freischalten lässt.</p>

Voraussetzung hierfür ist ein Mainboard mit ACC-Unterstützung (SB710 oder SB750) sowie eine Biosversion die dieses Freischalten ermöglicht.</p>

Um zu testen ob sich bei der jeweiligen CPU Kerne freischalten lassen wird im Bios einfach ACC auf „Auto“ oder je nach Mainboard manuell für alle 4 CPU-Kerne zugewiesen. Nach dem aktivieren von ACC muss der PC zuerst ausgestellt werden damit ACC greifen kann. </p>

Bootet das System danach mit 4 Kernen geht es an den Stabilitätstest. Hierfür bietet sich u.a.Prime 95 mit Small FFTs an.</p>

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Sind die Stabilitätstest zufrieden stellend scheint der vierte Kern funktionstüchtig. Allerdings sind auch hier Fehler über lange Zeit nicht auszuschließen. Zudem führt das aktivieren zusätzlicher Kerne häufig zu etwas schlechteren Overclockingergebnissen. Der zusätzliche CPU-Kern bringt in den meisten Fällen allerdings einen höheren Performancevorteil als eine entsprechend erhöhter CPU-Takt. Ein anderes Problem des Mods ist, dass es bei manchen Mainboards zu Problemen mit dem Kaltstart kommen kann.</p>

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Auf geht es zum Übertakten</p>

Beim Übertakten hat jeder seine eigene Philosophie. Ich gehe in diesem Guide von meinem Vorgehen aus. Es ist gut Möglich, dass andere Vorgehensweisen hiervon abweichen können.</p>

Zu allererst geht es daran die maximalen Taktraten der einzelnen Komponenten festzustellen.</p>

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Wir beginnen mit dem Referenztakt, wobei User mit einer Black-Edition CPU diesen Teil quasi überspringen können. Um den maximalen Referenztakt zu ermitteln, senken wir zuerst den HT-Multi, den CPU-Multi, den NB-Multi und den Speicherteiler möglichst weit ab. Wichtig ist zudem das CnQ deaktiviert wird, die Speichertimings im Bios manuell vorgegeben werden und der PCIe-Takt im Bios auf 100 MHz festgesetzt wird.</p>


Danach wird der Referenztakt in 10-15 MHz Schritten erhöht. Nach erfolgreichem Bootvorgang folgt ein Stabilitätstest unter Windows. Ist dieser erfolgreich wird der Takt aus dem Bios heraus weiter erhöht.</p>


Ist der maximale Referenztakt gefunden wird der maximale CPU-Takt gesucht. Bei Black Edition CPUs wird bei ansonsten unveränderten Einstellungen einfach der CPU-Mulitplikator um einen halben Schritt erhöht und danach unter Windows die Stabilität getestet.</p>

Bei CPUs die nicht über den Multiplikator übertaktete werden können sieht das vorgehen etwas anders aus. Hierfür werden zuerst die gleichen Einstellungen wie für den maximalen Referenztakt genutzt. Der Referenztakt wird nun allerdings zuerst wieder auf 200 MHz festgesetzt und der maximale CPU-Multiplikator im Bios eingestellt.</p>

Danach wird der Referenztakt wieder um 10-15 MHz Schritte erhöht und später auf Stabilität getestet. Wird das System vor dem maximalen Referenztakt instabil, kann zudem die VCore Spannung leicht erhöht werden um zusätzliche MHz aus dem System zu kitzeln. Die maximale VCore für den Phenom II CPUs liegt laut AMD bei 1.5 V (bei den Athlon II CPUs weniger). Im Alltagsbetrieb empfehlen wir allerdings die VCore Spannung nicht um mehr als 0.05V zu erhöhen. Zudem muss bei einer erhöhten VCore Spannung besonders auf die Temperaturen geachtet werden.</p>

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Als nächstes suchen wie den maximalen NB-Takt. Bei Black Edition CPUs braucht hier wieder lediglich der NB-Multi einen Schritte erhöht zu werden und die jeweiligen Werte aus Stabilität getestet.</p>

Bei CPUs die über keinen freien Multiplikator verfügen gilt es den maximalen NB-Takt wieder über den Referenztakt zu bestimmen. Hierfür ist das Vorgehen wieder ähnlich wie beim CPU-Takt. Der Referenztakt wird auf 200 MHz eingestellt. Speicherteiler, CPU-Multi, HT-Multi werden möglichst weit abgesenkt. Der NB-Multi steht auf dem maximalen Wert. Nun wird der Referenztakt wieder in 10-15 MHz Schritten erhöht und das System jeweils auf Stabilität getestet. Wird das System instabil kann man auch hier versuchen die NB-Spannung anzuheben. Auch hier ist allerdings sehr viel Vorsicht geboten.</p>

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Als letztes gilt es den maximalen Speichertakt festzustellen. Hierfür werden alle sonstigen Multiplikatoren wieder möglichst weit abgesenkt und der Referenztakt auf 200 MHz festgesetzt. Letzterer wird nun wieder in 10-15 MHz Schritten erhöht und jeweils die Stabilität getestet. Hierfür eignet sich Memtest86+ sehr gut. Wird das System instabil kann zudem die VDimm Spannung erhöht werden. Auch hier sollte man aber wieder Vorsicht walten lassen.</p>

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Zudem kann es sich lohnen die Timings zu verändern. Höhere Werte führen möglicherweise zu einem höherem maximalem Speichertakt sind allerdings etwas langsamer. Niedrigere Werte sind schneller, verringern aber den maximalen Speichertakt. Hier gilt es also ein zufrieden stellendes Mittelmaß zu finden.</p>

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Nachdem nun die wichtigsten maximalen Taktraten gefunden wurde geht es zum interessantesten Teil beim Übertakten. Es geht darum aus den maximalen Taktraten die bestmöglichen Alltagseinstellungen zu gewinnen. Hierfür sucht man, ausgehend von den maximalen Taktraten der jeweiligen Komponenten, die beste Mischung aus Referenztakt und den jeweiligen Multiplikatoren bzw. Teilern zu finden.</p>

Da der CPU-Takt in Sachen Performance das wichtigste Element ist sollte man vor allem versuchen diesen Takt möglichst hoch anzusetzen.</p>

Sind die entsprechenden Einstellungen gefunden geht es nochmals an Stabilitätstest. Sollte das System instabil werden sollte der Referenztakt in 5 MHz Schritten abgesenkt werden.</p>

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AMD Phenom II/Athlon II Overclocking Guide

Beitragvon javajo » Sa 19. Sep 2009, 19:01

Tolle Anleitung!!!
Ich würde noch expliziet den Unterschied zwischen NB und CPU-NB erwähnen.
Um die CPU-NB Frequenz zu erhöhen ist meißt eine Spannungserhöhung nötig, Zumindest bei AM 3 Boards läuft es bis 2200Mhz ohne eine Erhöhung der Spannung. Will man mehr muß erhöht werden.
Manche verwechseln dann die beiden Spannungen im Bios. Nicht die Spannung der NB vom Board muß erhöht werden, sondern die CPU NB VID Controll ( so heißt die Einstellung in den meißten Fällen)
Everest zeigt dies unter der Option \" Overclock\" an. Direkt unter CPU ViD. Bei manchen Bios sieht man die aktuell eingestellte Spannung nicht. Dies kann man dann mit Everest auslesen. Wird die Spannung der CPU-NB erhöht im Bios, zeigt dies Everest NICHT an. Also nicht wundern!
Zumindest ist das meine Erfahrung, und auch bei anderen Gigabyte Boards. Falls bei AsRock anders, bitte berichtigen!
Ansonsten wie gesagt....superklase!
Ich kann Euch Rettungsringe bringen. Um das Wasser allerdings müsst Ihr Euch selbst kümmern. (O. Schubert)
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AMD Phenom II/Athlon II Overclocking Guide

Beitragvon ASRock_USer » So 20. Sep 2009, 09:09

Danke ;)

Die Bezeichnung ist ja je nach Mainboard unterschiedlich. Aber ich gebe Dir Recht das man zumindest noch mal dediziert auf den Punkt hinweißen sollte.
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