Anleitung: BIOS/UEFI Flash/Update bei ASRock Mainboards

Unsere ursprüngliche Anleitung zum Aktualisieren des BIOS auf Platinen von ASRock stammt aus dem Jahre 2006. Seit diesem Zeitraum hat sich bei ASRock vielen geändert, zuletzt vor allem mit der Einführung des UEFIs. Da eine ständige Aktualisierung des Originalartikels der Übersichtlichkeit nicht dienlich ist, möchten wir in diesem neuen Artikel die Aktualisierung des UEFIs auf ASRock Platinen erklären.

Entsprechend ist dieser Artikel für alle Besitzer einer ASRock Platine mit UEFI  (ab der P67 Serie im Jahre 2010) gedacht. Solltet ihr Euch nicht sicher sein ob ihr ein BIOS oder UEFI habt, fragt im Zweifelsfall in unserem Forum nach.

Zunächst einmal die generellen Hinweise:

  • Im Notfall nachfragen

Wie sagt man so schön: “Do nothing if you don’t know what you are doing” – zu deutsch: Tu nichts, wenn du nicht weist was du tust. Beim Aktualisieren des UEFIs sollte man sich diesen Spruch besonders zu Herzen nehmen. Wer Teile dieser Flashanleitung nicht versteht oder sich nicht sicher ist (weil Menüpunkte bei bestimmten Platinen anders bezeichnet sind etc.) was er tun muss, der sollte zunächst Hilfe in unserm Forum suchen.

  • Never touch a running System

Sollte euer PC problemlos funktionieren, solltet Ihr euch vorab überlegen, ob ihr das UEFI wirklich aktualisieren wollt. Eine Aktualisierung bringt immer Gefahren mit sich. Sollte der Flash schief gehen, seid ihr auf einen Ersatzchip oder jemand, der einen “Hot-Flash” vornehmen kann, angewiesen. Im schlimmsten Fall bedeutet dies, dass Ihr euer System einige Zeit nicht nutzen könnt. Ein Backup vor dem Flashvorgang ist daher empfehlenswert.

  • Stabil laufendes System

Wer sein UEFI Flashen möchte, der sollte sich vorab vergewissern, dass sein System wirklich stabil läuft. Übertaktungen etc. sollten vor einer Aktualisierung rückgängig gemacht werden. Wenn unter Windows geflasht wird, sollten sämtliche unnötigen Programme geschlossen werden.

  • “Defaults laden” – vor und nach dem Flash

Bevor und nachdem ihr das UEFI flasht, sollten die “Default Settings” des UEFIs geladen werden. Aber Achtung, vergesst nicht, wichtige Einstellungen im UEFI wieder zu tätigen, nachdem ihr den PC neu gestartet habt. Gerade bei Systemen, die auf RAID setzten, ist dies besonders wichtig. Ein CLEAR CMOS soll erst nach dem Laden der Default Settings geschehen. Ansonsten kann es vorkommen, dass MAC und FW GUID gelöscht werden und neu geschrieben werden müssen.

  • Niemals den Strom während des Flashvorgangs trennen

Während des Flashvorgangs solltet ihr niemals die Stromzufuhr des Systems trennen oder das System ausschalten.

  • UEFI zur Not nochmals Flashen

Sollte bei einer UEFI-Aktualisierung etwas schief gehen (Flashtool wirft Fehler aus etc.) empfiehlt es sich, dass UEFI noch mal neu zu flashen oder ggf. ein älteres UEFI zu flashen. Wenn beim Flashvorgang etwas schief geht und ihr den PC dann sofort neu startet, ist das UEFI möglicherweise hinüber.

  • Hinweise beachten

Es kommt schon mal vor, dass bei bestimmten Versionen Hinweise beiliegen. Diese sollten unbedingt beachtet werden.

  • Instant Flash nutzen

ASRock empfiehlt ausdrücklich Instant Flash zu nutzen. Die weitere Hierarchie ist Internet Flash, DOS-Flash und Windows-Flash. Letztere empfiehlt ASRock nur in Ausnahmefällen, da das Risiko hier am größten ist.

  • Was ist „ASRock Crashless BIOS?“

ASRock verzichtet bei vielen Platinen zwar auf ein sogenanntes DUAL-UEFI (bietet entsprechend nur einen Baustein pro Platine an), seit der X79 Serie bietet ASRock aber ein sogenanntes Crashless Feature. Hierbei ist im UEFI ein spezieller Bootblock vorhanden der nicht überschrieben wird. Sollte bei einer Aktualisierung etwas schief laufen und das UEFI nicht korrekt geschrieben werden, ermöglicht dieser Bootblock dennoch ein Start des Systems. Der Bootblock startet ein Flashtool, welches den Chip mit einem neuen UEFI beschriebt. Hierfür ist ein FAT formatierter USB Stick nötig, auf dem sich die UEFI-Datei befindet. Dieser Stick muss an einen der USB2 Ports am ATX-Panel angeschlossen werden. Wir empfehlen vor dem Flashen ausdrücklich einen solchen Stick vorzubereiten, auf dem sich nur das letzte (als funktionierend bekannte) UEFI befindet (in der Instant Flash Version).

Hinweis: Überprüft zur Sicherhheit ob eure Platine das „Crashless BIOS”unterstützt

Aktualisierung mittels Instant Flash

Wie bereits erwähnt ist Instant Flash die bevorzugte Methode. Hierfür ladet ihr bei ASRock oder in unserer Download-Seite einfach das entsprechend als Instant-Flash markierte UEFI herunter. Ihr erhaltet dabei zur das Rom-File selbst, welches in einem Archiv gepackt ist. Bei Beta/Alpha oder modifizierten Versionen liegt grundsätzlich NUR das Rom-File vor.

Ihr entpackt das Rom-File auf eure Festplatte. Anschließend kopiert ihr das Rom-File auf einen USB2 Stick. Dieser muss zwangsläufig mit dem FAT-Dateisystem formatiert sein. Nach dem kopieren entfernt ihr den Stick per „Sicher entfernen“ von dem System.

Hinweis: Bei einigen Mainboards werden inzwischen auch NTFS-Laufwerke unterstützt. Wichtig ist, dass sich bei Laufwerken, die keine Wechseldatenträger sind, das UEFI direkt in der obersten Laufwerksebene befinden sollte und nicht in Unterordnern liegt.

Der Stick mit der UEFI-Datei wird nun an das System angeschlossen, bei dem das UEFI aktualisiert werden soll. Als Anschluss ist dabei einer der USB2 Ports am ATX-Panel zu nutzen. Natürlich kann die Datei auch bereits auf dem System, das aktualisiert werden soll, auf den Stick kopiert werden. Dies muss nicht zwangsläufig an einem zweiten System geschehen.

  1. Ist der USB-Stick am System angeschlossen, startet ihr das System ladet die Default-Einstellungen im UEFI, speichert und beendet das UEFI. Beim Neustart drückt ihr F6 und gelangt direkt in das Instant Flash Tool. Alternativ findet Ihr Instant Flash unter dem Menüpunkt “Tools” im UEFI
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    ASRock Instant Flash ist unter dem Menüpunkt “Tools” zu finden.
    Hinweis: Bei einigen Platinen kann sich die Option anders positioniert sein.

    Achtung: Falls ihr das „Ultra Fast Boot“ Feature nutzt, müsst ihr aus Windows 8 direkt in das UEFI booten (weitere Infos hier), da der Zugriff auf das UEFI mit aktiviertem Ultra Fast Boot Feature nicht möglich ist.

  2. Wenn ihr im Instant Flash Tool seid, müsst ihr lediglich das entsprechende Laufwerk sowie die entsprechende Datei auswählen. Instant Flash zeigt automatisch nur die passenden Rom-Files an. Dieses wählt ihr aus und die Aktualisierung startet.
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    Auf dem USB Stick wurde eine Rom-Datei gefunden, die jetzt geflasht werden kann

  3. Im Anschluss an die Aktualisierung wählt ihr aus, dass das System neu gestartet werden soll. Nutzer von Intel Platinen müssen den USB-Stick dabei zwangsläufig am System belassen, da nach dem Neustart womöglich die ME-Firmware aktualisiert wird. Nutzer eines AMD Systems können den Stick vor dem Neustart entfernen.
  4. Nach dem Neustart geht ihr unmittelbar in das UEFI und ladet die Default Einstellungen.

Internet Flash

Die Aktualisierung mittels Internet Flash ist denkbar einfach. Wichtig ist dabei nur, dass ihr über den Netzwerkanschluss der Platine auf das Internet zugreift und für den Zugriff keine speziellen Passwörter oder Nutzernamen nötig sind. Im UEFI kann dabei unter dem Menüpunkt “Network Configuration” die korrekte Konfiguration überprüft werden. falls keine Verbindung zum Server hergestellt wird.

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ASRock Internet Flash ist unter dem Menüpunkt “Tools” zu finden.
Hinweis: Bei einigen Platinen kann sich die Option anders positioniert sein.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt ist lediglich der Punkt „Internet Flash“ im UEFI anzuwählen (vorher Defaults laden und speichern) und die Aktualisierung startet. Dabei wird zunächst geschaut ob ein neues File vorhanden ist. Nach der Bestätigung wird dieses geflasht.

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Ein neues UEFI liegt vor. Mit einem klicken auf “yes” wird dieses neu gestartet.

Hierbei wird das UEFI zunächst komplett herunter geladen und anschließend geflasht. Dank des „Crashless Feature“ ist die Aktualisierung sicher.

Flashen unter DOS

Für das Flashen unter DOS benötigt ihr zuerst eine bootfähige Diskette oder USB-Stick. Eine Übersicht verschiedener DOS und Windows Bootdisketten findet ihr zum Beispiel bei Winfuture.

Wenn Ihr einen USB-Stick nutzen möchtet muss dieser bootfähig sein. Hierfür ist das Tool BootDisk2BootStick beispielsweise sehr nützlich.

Ihr ladet bei ASRock oder in unserer Datenbank das entsprechende DOS-File herunter und entpackt dieses. In dem Zip-Archiv sollte sich lediglich eine *.exe Datei befinden. Diese wird auf das DOS-Startmedium verschoben. Der Einfachheit halber bietet es sich dabei an, die *.exe Datei umzubenennen (z.B. einfach in bios.exe). Das vorgehen ist nun wie gehabt:

  1. System neu starten
  2. UEFI Defaults laden
  3. Von DOS-Medium booten und in das Laufwerk wechseln, als welches das DOS-Medium zur Verfügung steht (z.B. A:\). Nun muss lediglich „bios.exe“ ausgeführt werden (dabei muss BIOS.exe durch den korrekten Dateinamen ersetzt werden)
  4. Das Update startet. Nach einiger Zeit erfolgt ein Hinweis, das der Flash erfolgreich war.
  5. System Neustarten, das UEFI betreten und die Defaults Laden.

Flashen unter Windows

Auch hier ist das Vorgehen wie gehabt. Bei ASRock oder in unserem Downloadarchiv ladet ihr die Windows-Version herunter. Das Zip-Archiv muss entpackt werden. In diesem sollte sich wiederum nur eine *.exe Datei befinden.

Diese Datei muss gestartet werden, wobei der Start mit “Admin”-Rechten geschehen muss. Der Flashvorgang startet sofort.

Hinweis: Es kann vorkommen, dass ihr aufgefordert werden das System neu zu starten. In diesem Falle startet das System automatisch in Instant Flash und startet dort den Flashvorgang. Ansonsten startet der Flashvorgang direkt unter Windows.

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ASRock Windows Flash – Ein Neustart ist erforderlich

Nach dem Flashen sind wie immer die Defaults zu laden.

Für Fragen oder Kommentare steht unser Forum zur Verfügung

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