Abit AX78

Abit AX78

AMD 770 Chipsatz goes CrossFire

teaser Abit AX78

Zusammen mit dem Phenom hat AMD auch die 700er Chipsatzserie vorgestellt. Diese umfasst den AMD 770, den 790X sowie den 790FX und kürzlich folgte mit dem 780G, 780V und 740G noch die IGP-Linie der 700er Familie. Während die beiden 790er Chipsätze für CrossFire Systeme ausgelegt sind, ist der AMD 770 Chipsatz lediglich für den Betrieb mit einer Grafikkarte konzipiert – eigentlich.

Mit dem AX78 hat Abit bereits vor längerem ein AMD 770 Mainboard mit SB600 und CrossFire Unterstützung gezeigt. Seit etwa 1 1/2 Monaten ist das Board auch in Deutschland endlich verfügbar. Mit 4 SATA2 Port, 1 IDE Port, GB-Lan, USB 2.0 und 7.1. Audio verfügt das Board sicherlich über kein atemberaubendes Featureset, dafür stimmt aber der Preis und letztlich werden ein Großteil der Nutzer auch nicht mehr Features benötigen.

Doch das Abit AX78 ist bei weitem nicht das einzige Sockel AM2(+) Mainboard für den etwas kleineres Geldbeutel, so stellt sich die Frage was das Abit AX78 taugt. Eine Frage die wir im Folgenden klären möchten.


Testsystem Teil 1

  • Bios 1.20
  • AMD Phenom 9500 – B2 Stepping
  • AMD Athlon 64 X2 4200+ – G1 Stepping
  • Seagate ST3250410AS (250 GB)
  • ASUS AMD ATI Radeon HD 3870 512MB
  • Enermax Liberty 500W
  • 2x Patriot PDC22G6400LLK DDR2 800

Verwendete Treiber

  • Windows VISTA 64 Bit Business inkl. aller aktuellen Updates
  • AMD ATI Catalyst 8.1
  • Realtek Hd-Audio Codec Treiber 1.77

Der Chipsatz

Wir möchten an dieser Stelle kurz auf die wichtigsten Daten des AMD 770 Chipsatz eingehen. Die genauen technischen Daten des AMD 770 Chipsatz könnt ihr unserem AM2/AM2+ Chipsatzguide entnehmen. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist der AMD 770 Chipsatz eigentlich für den Betrieb mit einer Grafikkarte vorgesehen, für CrossFire-Plattformen sind der 790X und 790FX gedacht. Dennoch hat Abit dem AX78 einen zweiten PEG Port spendiert. Dieser ist allerdings lediglich mit 4 PCIe Lanes angebunden. Diese PCIe Lanes sind eigentlich für die Anbindung weiterer Peripheriegeräte bzw. PCIe 1x/2x/4x Ports vorgesehen.

Bei der Southbridge greift Abit zur bekannten SB600, diese ist übrigens per PCIe an den AMD 770 angebunden. Die SB600 bietet u.a. 4 SATA2 Ports, einen IDE Port und die stellt die PCI Slots zur Verfügung. Die SB600 verfügt allerdings über keinen integrierten Netzwerkcontroller, aus diesem Grunde greift Abit auf ein PCIe Modell von Marvell zurück. Die SB600 wird aktuell von der neuen SB700 abgelöst, ob Abit ein entsprechendes Board mit SB700 und AMD770 veröffentlichen wird, bleibt abzuwarten.


Spezifikationen des Boards

  • CPU
    • Unterstützt Sockel AM2/AM2+ CPUs
    • HT 3.0 Support
    • Unterstützt AMD CPU Cool ’n‘ Quiet Technology
  • Chipsatz
    • AMD 770 + SB600
  • Arbeitsspeicher
    • 4 X DDR2 Slots mit einer maximalen Kapazität von 8GB
    • Unterstützt Dual Channel DDR2 800/667/533/400 MHz
      • Mit Phenom CPUs auch DDR2 1066 möglich
  • Erweiterungsslots
    • 1 PCIe 16x Slot (orange)
    • 1 PCIe 16x Slot (nur mit 4 Lanes angebunden – schwarz)
      • Unterstützt CrossFireX
    • 1 PCIe 1x Slot
    • 3 PCI Slots
  • Audio
    • Realtek ALC888 7.1. HD-Audio Codec
  • LAN
    • Gigabit LAN 10/100/1000
    • Marvell Youkon 88E8056-NNC1- angebunden über PCIe
  • Interne Anschlüsse
    • 4x SATA2 mit Unterstützung von Raid 0/1/0+1
    • 1 x ATA133 IDE connector
    • 1 x Floppy connector
    • 3 x USB 2.0 headers, support 6 ports
    • SPDIF Header
    • CD-In Header
    • Front-Panel Audio
    • 1x CPU-Lüfteranschluss (regelbar)
    • 3x Gehäuselüfteranschlüss (1x regelbar)

Herstellerangaben laut abit.com.tw

Die Ausstattung des Boards ist nicht sonderlich atemberaubend, so bietet es mit 4 SATA2 Port, GB-Lan, 7.1 HD-Audio, IDE und USB 2.0 aber die für viele Anwender wichtigsten Features. Zudem unterstützt das Board auch CrossFireX, wobei der AMD 770 Chipsatz offiziell eigentlich nicht für CrossFire freigegeben ist. Aus diesem Grunde ist der zweite PEG Port mit lediglich 4 PCIe Lanes angebunden, für ernsthafte CrossFire Systeme sollte man das Board daher meiden und zu echten CrossFire Mainboards greifen. Für kleine Spielereien oder zum Testen reicht der zweite PEG Port aber aus.

Beim Audiochip greift Abit zu dem beliebten Realtek ALC888, als GB-Lan Controller kommt der gute Marvell Youkon 88E8056-NNC1 zum Einsatz, der per PCIe angebunden ist.

Wünschenswert wäre allerdings vor allem noch die Unterstützung von FireWire und eSATA2. Gerade letzteres ist für Backup Zwecke durchaus vorteilhaft.

Impressionen des Abit AX78

1 s Abit AX78

 Abit AX78

Der Lieferumfang des Boards fällt relativ mager aus, da wären:

  • 1x Treiber CD
  • 1x Handbuch
  • 1x Jumper Settings Information
  • 1x ATX-Blende
  • 1x IDE Kabel
  • 1x Floppy Kabel
  • 1x SATA Kabel
  • 1x SATA Stromadapter

Die Verpackung des Abit AX78 ist komplett in dunklen Farben gehalten, durchsetzt von dem grünen X. Auf dem Karton befinden sich die nötigen Spezifikationen des Boards sowie eine Menge an Informationen zu den verschiedenen Features des Boards. Dem Board liegt ein englischsprachiges Handbuch bei, in dem es auch eine deutschsprachige Schnellanleitung (1 Seite) gibt. Wer Nähere Informationen über Bioseinstellungen etc nachlesen möchte, muss zwangsläufig Englisch können. Wir würden uns wünschen, wenn zumindest die deutsche Schnellanleitung deutlich umfangreicher ausfallen würde.

 Abit AX78

4 s Abit AX78

Das Layout des Abit AX78 gefällt auf den ersten Blick gut. So lässt Abit den Slot unter dem PEG Port direkt frei, da dieser (aufgrund der großen Kühlkörper vieler Grafikkarten) oftmals eh nicht nutzbar ist. Wenn eine DualSlot Grafikkarte verbaut wird, kann es für eine PCI Karte im ersten PCI Slot allerdings dennoch eng werden. Wenn CrossFire genutzt wird, fällt der Platz für weitere PCI Karten allerdings sehr gering aus.

Sehr gut gefallen uns die abgewinkelten IDE und SATA Ports. Abit geht so Kompatibilitätsprobleme mit langen Grafikkarten aus dem Weg. Auch die Position des ATX- Stromsteckers weiß zu gefallen. Zudem spendiert Abit dem Board eine Post Code Anzeige, sollte das Board nicht starten wollen lässt sich hier einfach der entsprechende Fehlercode ablesen. Dies erspart nerviges Zählen von Biospieptönen. Interessant ist zudem der Clear CMOS Schalter (EZ CCMOS Switch) am ATX-Panel. Sollte dieser umgelegt sein (der CMOS also gerade gelöscht werden) leuchtet im Bereich der Spannungswandler eine LCD rot und zeigt an das der Schalter aktiv ist. Dann sollte das Board nicht eingeschaltet werden. Die Idee des Schalters ist zwar sehr gut, leider ist der Schalter sehr leichtgängig. Beim Einstecken von Geräten am ATX-Panel kann es so vorkommen, dass man den CMOS aus Versehen löscht

Der größte Kritikpunkt am Layout ist allerdings die Heatpipekonstruktion um die Northbridge und die Spannungswandler zu kühlen. Erstmal kann man den Sinn einer solchen Heatpipekonstruktion generell anzweifeln. Mit den Spannungswandlern und der Northbridge verbindet Abit die beiden wärmsten Komponeten auf dem Mainboard direkt miteinander und leitet so die Wärme des Chipsatzes zu den Mosfets oder umgekehrt. Des Weiteren fallen beide Kühlkörper relativ groß aus, bzw. hoch aus, was mit manchen CPU-Kühlern zu Problemen führen könnte. Dazu hält Abit es scheinbar nicht für nötig die Ecken der beiden Kühlerkörper abzurunden. So stehen die Spitzen der einzelnen Kühlfinnen wie Speere um den Bereich des CPU-Sockels. Wer bei der Installation des CPU-Kühlers einen Augenblick unvorsichtig ist, kann sich durchaus an dem Kühlkörper verletzten. Hier sollte Abit definitiv nachbessern! Die Position des Floppy Anschlusses ist ebenfalls nicht sonderlich berauschend, heute gibt es aber kaum mehr ein Mainboard bei dem dieser besser positioniert ist.

Insgesamt ist das Layout des Abit AX78 eigentlich recht ordentlich. Die Heatpipekonstruktion des Mainboards macht diesen guten Eindruck aber teilweiße wieder zu Nichte. Zudem sollte Abit dem CMOS-Clear Schalter einen höheren Widerstand verpassen, generell wäre es auch ratsam den Platz des ATX Panels besser zu nutzen.


6 s Abit AX78
7 s Abit AX78
Am unteren Ende des Boards befinden sich bei (1) die USB-Header. Bei (2) sehen wir die CD-In Header, bei (3) befindet sich der Realtek ALC888 Chipsatz und bei (4) schließlich der Marvell Yukon 88E8056-NNC1 PCIe. Auf der rechten Seite befindet sich der Windbond W83627DHG Super IO-Chip (1), dazu finden wir hier auch die Frontpanel Anschlüsse (2), die USB Header (3) und bei (4) befindet sich der Bios Baustein. Die Position des Floppy Ports ist nicht optimal, gut ist dafür die Post Code Anzeige.
14 s Abit AX78  Abit AX78
Die abgewinkelten SATA2 sowie der IDE Port. Der gesamte untere Teil des Boards in der Draufsicht. Hier befinden sich übrigens auch noch 2 weitere LEDs die die Einsatzbereitschaft/den Betrieb des Boards signalisieren.
8 s Abit AX78 9 s Abit AX78
Die beiden PEG Ports. Nur der obere PEG Port (orange) ist mit vollen 16 Lanes angebunden. Bei (1) befindet sich der ICS 9LPRS477BKL Clockgen, bei (2) noch mal der Marvell Lan Chip und bei (3) der SPDIF-Header. Der linke obere Teil des Boards, in dem sich vor allem die Spannungswandler befinden, ist durch die Heatpipekühlung dominiert.
 Abit AX78  Abit AX78
Der Kühler der Spannungswandler nochmals im Detail Die 4 DDR2 Ramslots in der rechten oberen Ecke
 Abit AX78  Abit AX78
Der gesamte obere Teil des Boards nochmals in der Draufsicht Eine Übersicht über den Platz rund um den Sockel. Negativ ist vor allem die enorme Höhe des Kühlkörpers.
 Abit AX78 16 s Abit AX78
Die Spannungswandler ohne Kühler Der AMD 770 Chipsatz ohne Kühler
17 s Abit AX78 18 s Abit AX78
Die Heatpipekonstruktion des Boards. Die beiden Hot-Spots des Boards werden direkt miteinadner verbunden (Spannungswandler und Chipsatz). Für einen besseren Wärmeübergang setzt Abit auf Wärmeleitpads Das ATX Panel des Abit AX78 ist quasi legacy frei. Interessant ist hier der CMOS-Clear Schalter. Der freie Platz am ATX Panel hätte Abit aber deutlich besser nutzen können.

Bios und OC

b1 s Abit AX78 b2 s Abit AX78 b3 s Abit AX78
Das Bios Menü des Abit AX78 Das SoftMenu Setup – hier lässt sich das System übetakten. Bei einer K8 CPU befindet sich hier noch der CPU-Multi. Der Standard CMOS Features Menü
b4 s Abit AX78 b5 s Abit AX78 b22 s Abit AX78
Das Advanced Bios Features Menü Das CPU-Features Menü. Hier lässt sich CnQ aktivieren, bei K10 CPU stellt man hier zudem den CPU-Multi ein. Der K10 CPU Multi lässt sich nur bis 8x absenken
b6 s Abit AX78 b7 s Abit AX78 b8 s Abit AX78
Das AdvancedChipset Features Menü Das DRAM-Configuraton Menü Der zweite Teil des DRAM Configuration Menü
b9 s Abit AX78 b10 s Abit AX78 b11 s Abit AX78
Das HT-Link Control Menü Das PCIe Configuration Menü – hier lassen sich die einzelnen PCIe Ports konfigurieren Die Optionen zum ersten PCIe 1x Port
b12 s Abit AX78 b13 s Abit AX78 b14 s Abit AX78
Die Optionen zum ersten PCIe 16x Port Die Optionen zum zweiten PCIe 16x Port Die Optionen zur Northbridge-Southbridge Verbindung
b15 s Abit AX78 b16 s Abit AX78 b17 s Abit AX78
Das Integrated Peripherials Menü Das Onboard Device Menü Das Onchip Device Menü – hier lässt sich u.a. der IDE/SATA Port konfigurieren
b18 s Abit AX78 b19 s Abit AX78 b20 s Abit AX78
Das Power Managment Setup Menü Das PnP/PCI Configuration Menü Das Hard Disk Boot Priority Menü
b21 s Abit AX78 b23 s Abit AX78
Der erste Teil des PC Health Status Menü Der zweite Teil des PC Health Status Menü

Das Phoenix-Award Bios des Abit AX78 bietet eine Menge an Einstellungsmöglichkeiten, gerade Übertakter werden sich sicherlich auch über die relativ reichhaltigen Spannungseinstellungen freuen. So lassen sich bspw. die PCIe Ports genau konfigurieren und die Ramtimings sehr genau justieren. Zudem bietet Abit ein sehr umfangreiches PC-Health Menü mit einer guten Lüftersteuerung. Problematisch ist allerdings, dass Abit bei der Fülle an Optionen einige wichtige Optionen schlichtweg nicht implementiert. So liefert das Board keine Möglichkeit die CPU Spannung zu senken (undervolten). Zudem lässt sich der Northbridgemultiplikator des Phenoms nicht justieren und auch ein Einstellen des unganged Modus beim Phenom (er läuft immer im ganged Modus) ist nicht möglich.

Unerfahrene User sollten aber eher nach dem Motto „never change a running system“ arbeiten, da die vielen Biosoptionen mit Vorsicht genossen werden sollten. Wildes verstellen einzelner Optionen kann schnell zu Problemen führen. Vor allem die Spannungseinstellungen sollten nur mit bedacht eingesetzt werden. Wer seiner CPU auf gut Glück einfach 1.6V bei Luftkühlung zumutet, wird nicht mehr lange was von dem guten Stück haben.

Multi 5- max. CPU (beim K8 ) – Beim K10 8 – max CPU
Referenztakt (HT) 200-500 MHz
HTT-Multi 1-9x (bei Phenom CPU)

1-5x (bei K8 CPU)

VCore default – +0.37V
CPU NB Voltage default – + 0.3V
NB 1.8V Voltage 1.8V – 2.35V
NV 1.1V Voltage 1.1V – 1.9V
SB 1.2V Voltage 1.2V – 1.57V
Hyper Transport Voltage 1.2V – 1.5V
Speicherteiler DDR2 400/533/677/800 – beim K8

DDR2 400/533/677/800/1066 – beim K10

VDimm 1.80 – 2.50V
DDR2 Referenz Voltage -4% – + 2%
PCI/PCIe Fix? Ja

PCIe-Takt der NB-SB-Verbindung, des PEG Port und des PCIe Takts getrennt zwischen 100-200 MHz einstellbar

In Sachen Übertaktbarkeit ist das Abit AX78 ein sehr zweischneidiges Schwert. Während die Übertaktungsergebniss mit K8 CPUs gut (allerdings nicht bahnbrechend) sind, eignet sich das Board zum Übertakten der Phenom CPUs überhaupt nicht. Der Grund: Abit bietet keine Möglichkeit den sehr wichtigen Northbridge Multiplikator des Phenoms zu senken. Somit sind einem Übertakten über den Referenztakt sehr früh Grenzen gesetzt, einzig Nutzer einer Black Edition CPU mit freiem Multiplikator könnten eine Phenom CPU somit auf dem Board entsprechend Übertakten.

max. stabiler Referenztakt max. erreichter CPU-Takt
Abit AX78 -K8 285 MHz 2761 MHz (251×11) 1.35V
Abit AX78 -K10 214 MHz 2354 MHz (214×11) 1.25V
AliveDual-eSATA2 – K8 360 MHz 2751 MHz (250×11) 1,35V
AliveDual-eSATA2 – K10 290 MHz 2420 MHz (220×11) 1,25V
Gigabyte GA-M56S-S3 – K8 292 MHz 2768 (252 x 11) 1,35 V
Gigabyte GA-M56S-S3 – K10 294 MHz 2493 (227 x 11) 1,25 V

Hinweis zu den Übertaktungsergebnissen. Da sich jede Komponente unterschiedlich gut oder schlecht übertakten lässt, dienen die oben angegebenen Werte nur als Richtwerte. Keinesfalls können wir euch garantieren, dass die Taktraten mit jedem Board erreicht werden.

Die Spannungen beziehen sich jeweils auf die im Bios eingestellten Werte! Manche Boards over oder undervolten hier, mehr Infos dazu findet ihr in den entsprechenden Tests der Boards. Der maximale Referenztakt wird ohne Erhöhung der Chipsatzspannung ermittelt.


Stabilität, Kompatibilität und Alltagserfahrungen

Support der Rev. G (65nm) K8 CPUs?

Laut Angabe der CPU-Support-Liste zum Testzeitpunkt

h1 Abit AX78 SPD Timings richtig erkannt? h1 Abit AX78
Support der Phenom (65nm) K10 CPUs?

Laut Angabe der CPU-Support-Liste zum Testzeitpunkt

h1 Abit AX78 Taktraten mit Autosettings korrekt? h1 Abit AX78
Funktioniert Cool and Quite (beim K8 )? h1 Abit AX78 lauffähig mit DDR2 Vollbestückung? h2 Abit AX78
Funktioniert Cool and Quite (beim K10)? h1 Abit AX78 Lässt Speicher sich mit CL4 betreiben? h1 Abit AX78
Funktioniert CnQ mit manuell veränderter Spannung? h3 Abit AX78 Lässt der Speicher sich bei DDR2 800 mit CR1T betreiben? h1 Abit AX78
Virtualisierungstechnologie vorhanden/deaktivierbar? h1 Abit AX78 S3 (STR) Standby funktioniert? h1 Abit AX78
Stabilitätstests bestanden? h1 Abit AX78 S1 Standby funktioniert? h1 Abit AX78
Hot Plug funktioniert? h1 Abit AX78 PCI/USB Kompatibilitätstest bestanden? h1 Abit AX78

h1 Abit AX78 -> Fuktioniert ohne Einschränkungen, h2 Abit AX78 -> Funktioniert mit Einschränkungen, h3 Abit AX78 -> Funktioniert nicht oder nur schlecht

Im Alltagsbetrieb schlägt sich das Abit AX78 recht ordentlich. Das Board war sowohl mit K8 als auch mit K10 CPUs stabil, zumindest solange man bei den Autosettings im Bios bleibt. Auf einige Optionen im Bios reagierte das Board sehr zickig und wurde vor allem mit dem Phenom schnell instabil – was wir dem Board aber nicht negativ ankreiden. Schließlich läuft es mit den Autosettings stabil. Auch der Betrieb mit CL4/1T bei DDR2 800 war problemlos möglich. Um das Board mit 4 Speicherriegeln ans laufen zu bekommen (neben den Patriot Riegeln kamen zwei MDT M924-800-16 Riegel zum Einsatz) mussten wird allerdings die TrfC Werte für Dimm 3&4 auf 105 ns anheben. In den Autosettings liegen diese Werte bei 75ns. Für die ersten beiden DIMM Slots liegen die Werte übrigens generell bei 105ns, hier sollte Abit die default Werte für Dimm 3&4 womöglich überdenken.

Im Gegensatz zum ASRock AliveDual-eSATA2 funktioniert beim Abit AX78 CnQ (2.0) beim Phenom problemlos. Auch bei K8 CPUs gibt es keine Probleme.

Mit verschiedenen PCI-Karten und USB-Geräten hatten wir auch dem Board keine Probleme. Probleme hatten wir dafür aber mit unserer PS2 Tastatur von Logitech. Nach Neustarts bzw. wiederaufwecken aus dem S1/S3 Modus kam es des Öfteren dazu, dass unsere Tastatur den Dienst verweigerte. Die USB-Maus funktionierte problemlos. Nach einem Neustart bzw. nach einem erneuten versetzten/wiederaufwecken aus dem Standbymodus war die Tastatur wieder vorhanden und funktionsfähig.

 Abit AX78
cpuz2 Abit AX78

In Sachen Autotaktraten ist das Abit AX78 seit langem mal wieder ein Mainboard, dass sich voll und Ganz an die Vorgaben hält. Sowohl Referenztakt, HT-Takt als auch der Speichertakt sowie die Speichertimings werden korrekt erkannt und getaktet. Eine Sache die man von der Vdimm Spannung allerdings nicht behaupten kann. Unsere DDR2 800 Module (laut Jedec Spezifikationen 1.8V Betriebsspannung) werden mit den default Einstellungen mit 1.94V befeuert, ein Wert der zu hoch und absolut inakzeptabel ist. Zudem tritt das Phänomen sowohl mit unseren Patriot als auch mit den MDT Riegeln auf, allerdings scheinbar nur mit einer K10 CPU. Mit dem K8 konnten wir dieses Verhalten nicht beobachten. Wenn die VDimm Spannung manuell auf 1.8V gesetzt wird, läuft alles problemlos und uns wird ein Wert ~1.82V angezeigt. Hier empfehlen wir jedem Besitzer des Boards die VDimm Spannung manuell zu überprüfen. (Im Bios oder per AbitEQ)

Die VCore Spannung des Boards liegt grundsätzlich ~0,01V unter Soll, war allerdings während unseres gesamten Tests sehr stabil, selbst unter Volllast.

Die Lüftersteuerung des Boards bietet eine Menge an Einstellungsmöglichkeiten. Neben dem CPU-Lüfter ist auch der System-Fan Anschluss regelbar. Die beiden weiteren Gehäuselüfteranschlüsse (Aux-Fan) sind allerdings nicht regelbar. Die Abit EQ Software ermöglicht zudem eine Regelung der Lüftersteuerung unter Windows. Alternativ lassen sich CPU und System Lüfter auch mit Speedfan regeln, hierfür muss sie Speedfan Konfiguration aber manuell angepasst werden. ((Advanced- >IT -> PWM-Mode auf Software Controlled)

Dank der passiven Chipsatzkühlung ist das Board (mit entsprechenden anderen Komponenten) sicherlich auch für Silentsysteme empfehlenswert, vor allem da die beiden passiven Kühler ihren Dienst sehr ordentlich verrichten und North- und Southbridge nie zu heiß werden.

Wie bereits oben erwähnt, ist ein Undervolten im Bios leider nicht möglich. K8 User haben aber die Möglichkeit ihre CPU per Crystal CPUID unter Windows zu Untertakten/Undervolten (CnQ nach Wunsch). K10 User können die Spannung mit AMD Overdrive anpassen.

Vor allem für Phenombesitzer dürfte vermutlich noch die Frage nach dem TLB-Bug Patch interessant sein. Wie bereits in unserem Phenom Artikel festgestellt, sind die Performanceeinbrüche mit diesem Patch teilweiße dramatisch. Im Bios ist ein deaktivieren des TLB-Bug Patches leider generell nicht möglich. Daher lässt sich der Patch nur über entsprechende Softwarelösungen nachträglich deaktivieren.

Wie bereits erwähnt unterstützt das Board, aufgrund des zweiten PEG Ports, auch CrossFire. Aufgrund der 16/4 Konfiguration der beiden Ports ist es für CrossFire allerdings nicht optimal. In unserem Test funktionierte CrossFire problemlos (neben der ASUS Karte kam eine Club3D Karte zum Einsatz). Die Performancesteigerung hielt sich aber in Grenzen (von 9198 auf 10617 Punkten bei default Settings mit einem K8 @ 2.7 GHZ), wobei unsere CPU den 3DMark 06 natürlich auch deutlich ausgebremst hat. Es war uns übrigens nicht möglich, nur eine Grafikkarte im zweite PEG Port zu betreiben. Das System fuhr zwar hoch, wie bekamen auch ein Bild, Windows bzw der AMD Treiber beschwerte sich allerdings das er keine Grafikkarte finden könne. Ob der Fehler beim Board oder den AMD/ATI Treibern zu suchen ist, können wir leider nicht beantworten.

Beim Blick auf die IRQ-Verteilung erwarten uns doch einige Überraschungen, so sind gleich mehrere IRQs doppelt oder gar dreifach belegt. Probleme konnten wir allerdings nicht feststellen.

irq s Abit AX78

Windows Vista, SB600 und AHCI

Windows VISTA wird ab Werk mit einem entsprechendem AHCI Treiber ausgeliefert. Hierdurch fällt das lästige einbinden eines entsprechenden Treiber vor oder während der Installation weg, theoretisch. Leider funktioniert der mitgelieferte Treiber mit der SB600 nicht korrekt. Das System läuft extrem instabil, hängt sich auf etc. Aus diesem Grunde sollte der AHCI Treiber des Southbridgepakets während der Installation eingebunden werden. Alternativ ist es auch möglich, Windows VISTA im „Native IDE“-Modu zu installieren und nachträglich auf AHCI umzusteigen.

Abit EQ und AMD Overdrive

Abit legt dem Board das Tool Abit EQ bei. Abit EQ bietet Hardware Monitoring Funktionen und überdies die Möglichkeit die Lüftersteuerung einzustellen. Ebenso unterstützt das Board, da es über einen AMD 7er Chipsatz verfügt,AMDs Overdrive Software. Diese ermöglicht ein Übertakten des Phenoms unter Windows, so lässt sich bspw. der Multiplikator für jeden Kern einzeln festlegen. Das Abit Board scheint aber bei weitem nicht alle Features des Tools zu unterstützen.


aeq s Abit AX78

aod s Abit AX78

Righmark Audio 6.0.6

Auf den obligatorischen Rightmark Audio Test müssen wir heute leider verzichten. Der Grund: Es war uns nicht möglich den RMAA Test auf dem Mainboard problemlos auszuführen. Sobald wie Line-Out und Line-In Eingang miteinander verbunden hatten, gab es massive Störgeräusche, die sich auch mit einem normalen Audiorecorder aufnehmen ließen. Verschiedene Treiberversionen und eine Neuinstallation von Windows sorgten für keine Besserung. Der Klang des Onboardssound ist (subjektiv) allerdings auf dem normalem Niveau der Realtek ALC888 Boards . Störgeräusche o.ä. gab es hier nicht. Auch wenn der ALC888 für einen Onboardcodec schon recht brauchbar ist, ersetzt er natürlich kaum eine entsprechend hochwertige Soundkarte.


Testsystem Teil 2


Benchmarks

Everest Ultimate 4.20

    • Hersteller: Lavalys
    • Download
    • Typ: Synthetischer Benchmark
    • Beschreibung: Einfacher Test mit Standardsettings – Durchschnitsswerte aus 3 Messungen (bei Speicherbenchmarks)

ever1 Abit AX78

ever2 Abit AX78

 Abit AX78

disk1 Abit AX78

disk2 Abit AX78

disk3 Abit AX78

 Abit AX78

Die USB Performance der SB600 liegt nur knapp über dem Niveau des nForce 3 250 – hier sorgt die SB700 hoffentlich für Abhilfe.

Cinebench R10

    • Hersteller: Maxon
    • Herstellerseite
    • Typ: Synthetischer Rendering-Benchmark auf Basis der Cinema 4D-Engine
    • Beschreibung: Einmaliger Durchlauf der 64 Bit Version auf Standardsettings

cine1 Abit AX78

 Abit AX78

Futuremark PCMark Vanatge

    • Hersteller: Futuremark
    • Herstellerseite
    • Typ: Synthetischer Systembenchmark
    • Beschreibung: Einmaliger Durchlauf der 64 Bit Version auf Standardsettings

vantage Abit AX78

Futuremark PCMark 05

    • Hersteller: Futuremark
    • Herstellerseite
    • Typ: Synthetischer Systembenchmark
    • Beschreibung: Einmaliger Durchlauf auf Standardsettings

pc05 Abit AX78

WinRar

    • Hersteller: Rarlab
    • Download
    • Typ: Packsoftware
    • Beschreibung: Test mit dem integrierten Benchmark (Multithreaded)
    • MultiCore optimiert: Ja

winrar Abit AX78

winrark8 Abit AX78

TMPEGEnc mit DivX 6.8

    • Hersteller: Pegasys/TMPGInc.
    • Download
    • Typ: Videoencoder
    • Beschreibung: Wir haben die HD1920 AVI-Version (AVI, MPEG4 / AC3 5.1 Surround) des Elephants Dream Videos genutzt und es mittels TMPEGEnc in ein DivX Video umgewandelt. Die Bitrate lag bei 3000 kBit/s, der Sound bei 192 kBit/s.

divx Abit AX78

Itunes

    • Hersteller: Apple
    • Download
    • Typ: Musicplayer/encoder
    • Beschreibung: Wir haben eine ~45 Minuten lange Wav Datei mittels Itunes in das AAC-Format (320 kBit/s) umgewandelt.

 Abit AX78

 Abit AX78

POV-Ray 3.7 Beta 24

  • Hersteller: Persistence of Vision
  • Herstellerseite
  • Typ: Raytracing Benchmark
  • Beschreibung: Durchlauf unter Standardsettings

povray Abit AX78

Vimark

  • Hersteller: River Past
  • Herstellerseite
  • Typ: Videoencoding Benchmark
  • Beschreibung: Durchlauf unter Standardsettings

vimark Abit AX78

Super Pi 1.5 XS-Mod

  • Hersteller: XS
  • Herstellerseite
  • Typ: Synthetischer Benchmark
  • Beschreibung: Durchlauf der 1MB und 4MB Version

sp1 Abit AX78

 Abit AX78

 Abit AX78

CPULast Netzwerkverkehr

    • Beschreibung: Verschieben einer ~ 4.5 GB großen Datei übers Netzwerk. Angaben entsprechen dem Durchschnittswert

cpulast Abit AX78

Futuremark 3DMark 06

  • Hersteller: Futuremark
  • Herstellerseite
  • Typ: Synthetischer 3D Benchmark
  • Beschreibung: Einfacher Durchlauf mit den Standardeinstellungen

 Abit AX78

 Abit AX78

 Abit AX78

3d06cpuk8 Abit AX78

Futuremark 3DMark 05

    • Hersteller: Futuremark
    • Herstellerseite
    • Typ: Synthetischer 3D Benchmark
    • Beschreibung: Einfacher Durchlauf mit den Standardeinstellungen

3d05 Abit AX78

Company of Heroes -Opposing Fronts

    • Hersteller: THQ
    • Herstellerseite
    • Typ: Game
    • Beschreibung: Gebencht wurde mittels FRAPS eine 20 sekündige Spielszene in der Demoversion. Die angegeben Werte entsprechen den Durchschnittswerten aus 5 Messungen.

coh Abit AX78

Fear – Perseus Mandate

  • Hersteller: Monolith
  • Herstellerseite
  • Typ: Game
  • Beschreibung: Gebencht wurde mittels FRAPS eine 10 sekündige Spieleszene der Demoversion. Die angegeben Werte entsprechen den Durchschnittswerten aus 5 Messungen.

fear Abit AX78

Unreal Tournament 3

    • Hersteller: Digital Extremes

 Abit AX78

Den großen Performancesprung können wir uns nicht erklären. Wir haben das Ergebnis mehrmals nachgemessen um einen Messfehler auszuschließen. Entweder handelt es sich um eine Eigenheit von bestimmten Treiberkonfigurationen, um eine Eigenheit der Beta Demo oder PCIe 2.0 bringt hier wirkliche Performancevorteile. UT3 ist allerdings das einzige der getesteten Spiele/Anwendungen das in Sachen Performance auf dem Abit AX78 überzeugen kann.


Leistungsaufnahme

  • Beschreibung: Die Idle Leistungsaufnahme entspricht der Leistungsaufnahme auf dem Desktop ohne Belastung. Die Leistungsaufnahme unter Vollast wurde per Prime95 simuliert. Gemessen wurde mit dem „Voltcraft Energy Check 3000“. Die Messungenauigkeit des Gerätes liegt bei +/- 1%.

idle Abit AX78

 Abit AX78

3d06l Abit AX78

 Abit AX78

s3 Abit AX78

 Abit AX78


Fazit

In den vergangenen ~ 4 Wochen, die wir das Abit AX78 nun getestet haben, fühlten wir uns sehr oft an unseren Test des Abit AN52 erinnert. Auf dem Papier hat Abit dem AX78 ein interessantes Sockel AM2+ Board für den Mainstreambereich entwickelt, ähnlich dem AN52 damals.

Das Layout des Abit AX78 ist eigentlich gut, abgewinkelte SATA Ports/abgewinkelter IDE Port, gut positionierte Stromanschlüsse, interessante Features wie der Clear CMOS Schalter (der im Detail allerdings verbessert werden sollte) und die Post-Code Anzeige. Dazu gibt es hochwertige Kondensatoren aus Japan, 4 Phasen Spannungswandler im CPU-Bereich (die in der Praxis für eine sehr stabile Spannung sorgen) und eine passive Kühlung – doch bereits hier ist der erste Knackpunkt. Die „Northbridge“ (AMD 770) direkt mit den Spannungswandlern zu verbinden ist totaler Unsinn – hier werden die beiden Hot-Spots des Boards direkt miteinander verbunden. Dazu sind beide Kühlkörper mit ihren ~3.8 cm doch sehr hoch und können durchaus zu Kompatibilitätsproblemen führen. Zudem hat Abit die Ecken des Kühlers nicht abgerundet, so geht von der Heatpipe durchaus ein Verletzungspotenzial aus.

Nächster Punkt, das Bios. Abit bietet hier eine Fülle an Einstellungen und sehr umfangreichen Spannungsoptionen. Gerade die guten Hardware Monitoring Features und die Lüftersteuerung können überzeugen. Es ist uns aber absolut unverständlich wieso Abit bei einem AM2+ Board so wichtige Optionen wie den Northbridge Multiplikator und den Speichermodi der K10 CPUs (ganged/unganged) nicht in das Bios implementiert. Dazu ist auch die Multiwahl bei K10 CPUs etwas missglückt und letztlich vermissen wir eine Möglichkeit um die CPU im Bios zu undervolten.Auch ein deaktivieren des TLB Bug Patches ist nicht möglich (entspricht AMD Vorgaben)

Zum Übertakten einer Phenom CPU (ausgenommen Black-Editionen, bei denen über den Multi übertaktet werden kann) ist das Bord aktuell (Bios 1.20) somit vollkommen ungeeignet, was auch der maximale Referenztakt von gerade einmal 214 MHz zeigt. Bei K8 CPUs sieht es hier schon besser aus, das Abit AX78 liefert zwar keine Bestergebnisse, ist für OC mit K8 CPUs aber durchaus brauchbar.

In Sachen Performance liefert das Abit AX78 solide Werte, zudem man beachten sollte das sowohl das GA-M56S-S3 als auch das ALiveDual-eSATA2 ab Werk etwas übertaktet werden. Dennoch hätten wir erwartet, dass ein echtes AM2+ Board aus dem Phenom noch ein paar Prozentpunkte mehr Performance kitzeln kann. Ähnliches gilt beim Stromverbrauch. Hier sind die Werte des AX78 zwar nicht schlecht, das GA-M56S-S3 liefert aber nochmals bessere Werte. Vor allem wenn man bedenkt, dass AMD mit der besonders guten Leistungsaufnahme beim AMD770 wirbt, sehen wir hier Platz für Verbesserungen.

Im Praxisalltag offenbaren sich zudem schnell eine Menge an kleiner und großer Bugs. Beginnen wir mit dem „Keyboard-Bug“, nach manchen Neustarts erkennt das Board unsere PS2 Tastatur einfach nicht mehr, nach dem nächsten Neustart ist sie wieder da. Dazu kommen die Probleme mit der Standardspannung der Ram-Module. Abit befeuert die 1.8V DDR2 800 Module mit satten 1.94V, ganze 0.14V über JEDEC-Spezifikation. Bei gutem Markenspeicher der für 2.0+ V ausgelegt ist, stellt dies sicher kein Problem dar, ist aber trotzdem unsinnig. Gerade bei günstigem Speicher kann dies durchaus zu einem schnelleren Ableben des Speichers führen. Anzumerken sei aber hier noch mal, dass der Bug scheinbar nur mit Phenom CPUs auftritt.

Ein Großteil der Bugs und fehlenden Features lässt sich sicherlich durch ein entsprechendes Biosupdate beheben, aber das selbst ein Bios 1.20 noch so eklatante Mängel aufweist halten wir für sehr fragwürdig. Entweder wird der User hier bewusst als Betatester missbraucht oder Abit kann es einfach nicht besser. Da bereits das Abit AN52 durch ähnliche Biosprobleme negativ aufgefallen ist, macht es den Eindruck als das die Zeiten großer AMD-Boards bei Abit vorbei sind. Wie dem auch sei, Abit wurde bereits im Vorfeld der Veröffentlichung des Reviews mit einigen Problemen kontaktiert, bis heute haben wir allerdings keine entsprechende Antwort erhalten.

Mit einem Preis von ~ 56¬ ist das Abit AX78 preislich sicherlich ein interessantes Sockel AM2+ Mainboard das mit der aktuell Biosversion 1.20 aber definitiv kaum zu empfehlen ist. Zu lange ist die Liste der Bugs und fehlender Features. Zudem bekommt man für einige Euro weniger bspw. bereits das Gigabyte GA-M56S-S3. Hier handelt es sich zwar um kein echtes AM2+ Board, in der Praxis macht sich hier aber nur die fehlenden CnQ 2.0 Unterstützung (sowie vlt. der Wegfall von AMD Overdrive) wirklich bemerkbar. Selbst zum Übertakten mit Phenom CPUs ist das AM2 Board dank entsprechendes Biosfunktionen besser geeignet als das Abit AX78. Auch die CrossFire Unterstützung des Abit AX78 ist kaum ein Kaufargument – sicherlich stellt das Board eine günstige CrossFirelösung dar, die 16/4 Konfiguration der beiden PEG Ports ist für ernsthafte CrossFire Lösungen aber eher als suboptimal anzusehen. Wenn CrossFire, dann sollte direkt zu einem echten CrossFire Mainboard gegriffen werden. Die zusätzlichen ~40-50¬ machen bei den Kosten von 2 Grafikkarten den Braten auch kaum mehr wirklich fett.

AMD Sockel AM2 vs. Sockel AM2+

Nachdem wir nun die erste echte AM2+ Platine durch unseren Phenom Testparcours gejagt haben, möchten wir an dieser Stelle kurz auf die Frage AM2 vs AM2+ eingehen. Unser Test zeigt ganz deutlich, dass der Sockel AM2+ in der Praxis kaum wirklich Vorteile mit sich bringt. Der einzige wirklich nennenswerte Vorteil ist die Unterstützung von CnQ 2.0 sowie die Möglichkeit mit dem AMD Overdrive Tool jeden Kern unterschiedlich zu takten. HT 3.0 bringt kaum einen spürbaren Performancevorteil, was bereits zu erwarten war. Wer also bereits eine gute AM2 Platine besitzt, für die es ein Phenom Biosupdate gibt braucht scheinbar kaum unbedingt auf ein Sockel AM2+ Board umsteigen. Bei einem Neukauf sollte man AM2+ Platinen aber dem Vorzug vor AM2 Platinen geben, was aber eher an den neuen, interessanten Chipsätzen liegt. Die Auswahl an wirklich guten AM2+ Board ist aktuell aber klein, was sich in den kommenden Wochen jedoch hoffentlich ändert. Wir werden diese Frage auf jeden Fall im Auge behalten und nach den nächsten Sockel AM2+ Mainboard Tests immer mal wieder auf die Frage eingehen.

Positiv Negativ
passiv gekühlt „Keybord-Bug“
gute Lüftersteuerung „Vdimm-Bug“
umfangreiches Übertaktungsfunktionen Fehlende Bioseinstellungen (Northbridge Multiplikator, ganged/unganged Modus/Kein undervolten)
stabile Spannungen TLB-Bug lässt sich nicht deaktiveren (entspricht AMD Vorgaben)
guter Netztwerkchip AHCI Treiberprobleme unter VISTA mit der SB600
Hohe/spitze Kühlkörper (Verletzungsgefahr)
Englischsprachiges Handbuch
schwache USB Performance

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Vielen Dank fürs lesen

Euer PC-Treiber.net Team

Tester und Autor: ASRock_User

Layout: ASRock_USer

Benchmarktabellen: ASRock_USer

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