VcoreMod für das ASRock 939Dual-Sata II

VcoreMod für das ASRock 939Dual-Sata II

Made by AlBarto

Hinweis!!!

Achtung, jeder sollte sich bewusst sein, dass er mit der Modifikation seines Motherboards seine Hardware dauerhaft schädigen bzw. zerstören kann! Die Modifikation ist zwar nicht sonderlich anspruchsvoll, sollte aber dennoch nur von geschickten Menschen mit einer ruhigen Hand und ausreichend Löterfahrung vollzogen werden.
Als Autor übernehme ich ausdrücklich keinerlei Haftung für eventuelle Schäden! Also, noch mal: Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich und entsprechend verantwortlich für eventuelle Schäden!!!

Was leistet der Mod?

Der Mod schafft eine einfache Möglichkeit die Prozessorspannung auf dem ASRock 939Dual-Sata II bis zu ca. 1,7V zu erhöhen. Das Absenken der ursprünglichen Spannungen ist mit dieser Methode nicht möglich!

Was gibt es im Betrieb zu beachten?

Die Erhöhung der Spannung setzt eine ausreichende Kühlvorrichtung voraus, da der Prozessor mit zunehmender Spannung auch mehr Abwärme entwickelt. Weiterhin können sich Lebensdauer von Prozessor und Board zum Teil erheblich verkürzen. Also, vorher im Netz informieren, welche Spannungen dem entsprechenden Tuningobjekt noch zuträglich sind.
Eine häufige Fehlerquelle ist ein schwachbrüstiges Netzteil, also hier nicht an der falschen Stelle sparen.

Was wird benötigt?

    Bauteile:

  • 1x 100kOhm Spindeltrimmer (oder Präzisionstrimmer)
  • 1x 10 kOhm Widerstand (gegebenenfalls auch weniger, min. 1kOhm; 1/4Watt reicht völlig)
  • 1x 2×1 Jumperbank
  • 1x Jumperkappe
  • 1x einfaches Stück Kabel
  • 1x Stück Schrumpfschlauch oder Isolierband
    Werkzeuge und sonstiges:

  • Lötkolben mit einer feinen Spitze (maximal 30Watt, eher weniger)
  • Lötzinn und sonstiges Lötzubehör
  • Heißkleberpistole und Heißkleber

Was passiert? (Theorie kurz und knapp für Laien)

Die CPU-Spannung wird über einen separaten Chip (IC) auf dem Board geregelt. Dieser erhält über 5 Pins (binär) die Anweisung, welche Spannung er bereitstellen muss. Ãœber einen anderen Pin erhält er eine „Kontrollspannung“, auf deren Basis der Chip die CPU-Spannung kontrolliert und gegebenenfalls nachregelt. Genau hier setzt die Modifikation an. Durch Manipulation der „Kontrollspannung“ wird der Chip veranlasst eine andere Ausgangspannung zu liefern. Die Manipulation erfolgt hier einfach durch das Einlöten eines Widerstandes, allerdings setzt ab einer bestimmten Spannung ein im IC integrierter Ãœberspannungsschutz (OVP) ein, so dass die Spannung mit dieser Methode nicht endlos erhöht werden kann.

Der Vcore Mod

Der „Regulator“

Folgendes ist nur als Vorschlag zu betrachten, der mir nach mehreren Varianten am geeignetesten scheint, aber im Prinzip sind hier der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass die Elemente in Reihe geschalten werden, die Reihenfolge ist dabei egal.

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Was die Punkte „FB“ und „GND“ bedeuten, wird gleich im Anschluss geklärt.

Im konkreten Falle wurde alles sehr kompakt zusammengelötet, wie auf den folgenden Bildern zu sehen ist. Es ist auch zu erkennen, das nur zwei der drei Pins an dem Trimmer benötigt werden, der Unbenutzte wurde einfach abgeschnitten.

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Als Schalter fungiert hier der Jumper. Noch zwei Kabel an die beiden „Enden“ der kleinen Schaltung löten, ordentlich abisolieren und schon ist die Einheit zum Verändern der Spannung fertig.

Löten am Motherboard

Jetzt muss das gute Stück „nur“ noch korrekt am Motherboard angebracht werden, was allerdings den heikelsten Schritt bei diesem Mod darstellt.

Zuerst lokalisieren wir den für die CPU-Spannung zuständigen IC. Auf dem ASRock 939Dual-SataII ist ein Chip mit der Bezeichnung L6711 der Firma STMicroelectronics für die Spannung zuständig, welcher sich unter dem Retentionmodul (Plastikrahmen zur Befestigung des CPU-Kühlers) befindet (Siehe Bild).

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Für alle weiteren Arbeiten muss daher auch erst mal der Plastikrahmen abmontiert werden.

Danach geht es daran, die richtige Stelle zum Löten ausfindig zu machen. Wie vielleicht schon an dem Bild weiter oben zu erkennen ist, muss der „Regulator“ mit dem FB-Pin (PIN 8) des L6711 direkt verbunden werden. Allerdings ist der L6711 sehr klein, so das ein direktes Anlöten an dem Pin 8 wirklich nur Lötprofis mit entsprechenden Ausstattung zu empfehlen ist. Der durchschnittlich begabte Bastler wählt lieber eine andere Lötstelle mit direkter Verbindung zu dem Pin 8. Das folgende Bild zeigt relativ gut den Verlauf der Leiterbahn zum Pin 8 und die möglich Lötpunkte.

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Hinweis: Die Nummerierung der Pins am IC ergibt sich wie folgt. An einer Ecke des ICs befindet sich eine kreisrunde Vertiefung, an dieser Ecke ist Pin 1. Von Pin 1 wird einfach entgegen des Urzeigersinns gezählt.

Beim hier beschriebenen Beispiel wurde an der durch den Pfeil gekennzeichneten Stelle gelötet, aber wie bereits erwähnt, besteht hier zwischen allen Punkten die freie Auswahl.
Vorsicht! Bitte darauf achten das keine, im Original nicht miteinander verbundenen, Pins bzw. Lötpunkte durch das Löten miteinander verbunden werden. Es ist auch zu empfehlen, den Pin bzw. den Lötpunkt und das Kabelende vor dem eigentlichen Lötvorgang zu verzinnen.

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(Hier das fertige Beispiel)

Damit wäre das Schwierigste auch schon geschafft. Wobei immer noch Vorsicht geboten ist. Das Kabel sollte schon vor dem Löten in seine spätere Form gebogen werden, da die Lötstellen nicht für hohe Zugkräfte ausgelegtt sind. So könnte es im schlimmsten Fall passieren, dass sich die Leiterbahn an der Lötstelle mit ablöst. Auch wenn es an der im Beispiel verwendeten Stelle nicht weiter schlimm wäre, da man dann eine andere, dem Chip näher gelegene Stelle verwenden könnte. Am besten das Kabel gleich mit etwas Heißkleber an einer bauteilefreien Stelle fixieren.

Das andere Kabel des „Regulators“ wird an Masse (GND) gelötet, wo ist dabei recht unerheblich. Am einfachsten und eigentlich gefahrlos zu lötend ist sicher eine Motherboardverschraubung.

Befestigung des Regulators

Auch hier ist es jedem selbst überlassen, wo und wie er das gute Stück befestigt, Hauptsache er ist ausreichend isoliert und lässt sich gut bedienen. Die Leitungen und der „Regulator“ sollten nicht über andere Bauteile geführt bzw. auf anderen Bauteilen befestigt werden. Natürlich sollte auch der Platzbedarf des Retentionmoduls mit eingeplant werden.

Das folgende Bild zeigt den fertigen Mod. Zur Befestigung diente eine freie Stelle auf dem Motherboard und ein bisschen Heißkleber, da sich dieser leicht wieder entfernen lässt.

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Betrieb des Mods

Als erstes ist der Mod auf den maximalen Widerstand einzustellen (am besten schon vor dem Löten). Zum Aktivieren ist dann noch der Jumper am Mod zu setzen.
Der Rechner sollte schon mit leicht erhöhter Spannung starten, durch Drehungen am Trimmer lässt sich jetzt die gewünschte Spannung einstellen. Zum Auslesen der Spannung verwendet man entweder entsprechende Software oder schaut im Bios nach. Bei der Softwarevariante ist nur darauf zu achten, dass sich die Werte selbst aktualisieren oder man es manuell ständig macht.

Wie kann der Mod noch modifiziert werden?

Der Spannungszuwachs bei maximalem Widerstand ist noch zu groß, sind auch geringer Spannungszuwächse möglich?
Ja, einfach einen hochohmigeren Trimmer für den Mod verwenden, je höher der Widerstand desto geringer der Spannungszuwachs.

Die erreichten Spannungen sind noch zu niedrig, geht noch mehr?
Jaein! Durch einen niedrigeren Wert des Festwiderstands lässt sich ein noch größerer Spannungszuwachs erreichen, allerdings würde ich persönlich nicht unter 1 kOhm gehen. Ist ab einem bestimmten Widerstand die Spannung zu hoch, setzt die oben erwähnte OVP ein und das Board stürzt eigentlich einfach nur ab. Vom gänzlichen Verzicht des Schutzwiderstands rate ich ab, da man schnell, durch all zu forsches Drehen am Trimmer, einen Kurzschluss provoziert.

Gibt es eine einfacher Variante des Mods?
Ja, auch wenn sich die Einsparungen aufgrund der geringen Kosten für die Bauteile kaum lohnen. Natürlich kann man den Schalter (im Beispiel der Jumper) weglassen, da der Spannungszuwachs bei 100kOhm sehr gering ist. Im einfachsten Fall verwendet man nur einen Festwiederstand mit dem entsprechenden Widerstand.

Gibt es Alternativen zum Mod?
Als erstes sollte geklärt werden, in wie weit bereits Möglichkeiten zur Erhöhung der Spannung bestehen, vielleicht reichen diese ja schon aus. Ansonsten gibt es einen sehr einfachen Mod, bei dem man durch einfaches Verbinden zweier Lötstellen Spannungen bis 1,55Volt erreichen kann. Dieser Mod ist übrigens auch mit diesen hier kombinierbar.

Schlusswort

Ich wünsche alle die sich an diese Bastelarbeit trauen viel Erfolg und viel Spaß mit den neugewonnen Overclockingfähigkeiten. Fragen gern per PM auf www.pc-treiber.net an AlBarto.

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