ASRock ALiveSATA2-GLAN VCore-Mod

ASRock ALiveSATA2-GLAN VCore-Mod

teaser ASRock ALiveSATA2 GLAN VCore Mod

Vor kurzem haben wir euch das ASRock AliveSATA2-GLAN vorgestellt. Das Board, basierend auf dem VIA K8T890 Chipsatz im CF-Stepping, machte in unserem Test einen sehr guten Eindruck. Das Board war sehr stabil, flott, recht übertaktungsfreudig und dazu noch sehr preisgünstig. Als Tribut an diesen günstigen Preis bietet das Bios des Boards allerdings nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten die Spannungen nach oben zu verändern. Wie so oft in dem Falle, wenn das Bios nicht mehr Spannung hergeben will, muss halt ein Hardwaremod her.

Der für die CPU-Spannung zuständige Spannungscontroller auf dem ASRock AliveSATA2-GLAN ist der L6714D von ST Microelectronics. Wirft man einen Blick in das Datenblatt des Chips so fallen einige Parallelen zum L6711 auf, der z.B. auch beim ASrock 939Dual-SATA2 verbaut ist. Beide ermöglichen eine maximale CPU-Spannung von 1,55V. Die CPU Spannung wird hierbei über einen binären VID-Code festgelegt. Der L6714 verfügt zwar über einen VID mehr als der L6711, dieser findet aber beim Athlon 64 keine Verwendung und ist ist nur für die VR11 Spezifikationen von Intel von Bedeutung. Bevor wir uns den Mod im Detail anschauen, noch einge Hinweise.

Aufgrund der starken Ähnlichkeit des L614 und des L6711 basiert der VCore-Mod für das ASRock AliveSATA2-GLAN zum Großteil auf dem bekannten VCore Mod für das ASrock 939Dual-SATA von Techpowerup.com. Es handelt sich also keinesfalls um eine totale Neuentwichlung, sondern lediglich um die Konvertierung des bekannten Mods auf eine andere Plattform.

Sämtliche Änderungen an der Hardware ziehen einen Garantieverlust mit sich. Zudem kann durch eine erhöhte Spannung die Lebensdauer des Prozessors sowie des Motherboards stark verringert werden. Weder ich als Autor, noch PC-Treiber.net oder ASRock übernehmen Garantie für Schäden an eurer Hardware die durch solche Modifikationen entstehen. Ihr handelt auf eigene Gefahr!

Der VCore Mod im Detail

Erstmal müsst ihr den L6714 auf dem Board lokalisieren. Ihr findet den Chip mittig, oberhalb des CPU-Sockels. Da er vom Retention-Modul bedeckt ist, müsst ihr dieses erst entfernen.

ubersicht s ASRock ALiveSATA2 GLAN VCore Mod

(1) Der L6714D (2) die für den Mod wichtigen Lötpunkte.

Schaut man sich den Chip genauer an, fallen die Lötpunkte links von ihm auf (2 auf dem oberem Bild).

1 ASRock ALiveSATA2 GLAN VCore Mod

Die rechte Reihe der Lötpunkte ist direkt mit den VID-Pins des L6714D verbunden. Die linke Reihe der Lötpunkte liegt auf Masse. Sobald man nun einen der Lötpunkte mit der Masse verbindet, wird der entsprechende VID dauerhaft auf „0“ gesetzt, hierbei spielt es keine Rolle, was die CPU dem Chip eigentlich vorgibt.Wie bereits oben erwähnt, wird die Ausgangsspannung des Chips durch einen binären VID-Code bestimmt. Der VID-Code 001000 (VID 5,4,3,2,1,0) wären z.B. 1,35Volt.(Details hierzu können dem Datenblatt des Chips entnommen werden) Unser Ziel bei diesem Mod ist es nun, durch ein geschicktes „nullen“ der VIDs eine höhere CPU-Spannung zu erzielen.

Der L6714 verfügt über insgesamt 7 dieser VIDs (0-6), allerdings ist beim Athlon 64 der VID6 nicht verbunden und ist somit unwichtig. Der VID0 hat keinen Lötpunkt spendiert bekommen, dies ist allerdings auch nicht weiter wichtig, da der VID0 bei allen, auf dem Board einstellbaren Spannungen, bereits auf „0“ steht. Wichtig wäre der VID0 nur für Spannungen unterhalb von 0,775 Volt. Der VID 5 hat zwar einen Lötpunkt spendiert bekommen, ist für die Spannungen ab oberhalb von 0,7750Volt aber ebenso unwichtig, wie der VID 0. Schauen wir uns die einzelnen VID-Mod Möglichkeiten im Detail an.

VID 1 Mod

vid1 ASRock ALiveSATA2 GLAN VCore Mod

Durch das „nullen“ des VID1 wird die Spannung einiger VID-Konfigurationen um 0,05V angehoben. Hiervon betroffen ist leider auch die VID-Konfiguration von 1,1V. Hierdurch funktioniert Cool and Quite nur noch eingeschränkt, da die Spannung im Cool and Quite Modus dann nich mehr auf 1,1V sondern nur noch auf 1,15V abgesenkt wird.

Im Bios eingestellte Spannung Nach dem „VID 1“-Mod daraus resultierende Spannung
0,8V 0,85V
0,875V 0,925V
0,9 V 0,95V
0,975V 1,025V
1,0V 1,05V
1,075V 1,125V
1,1V 1,15V
1,175V 1,225V
1,20V 1,25V
1,275V 1,325V
1,3V 1,35V
1,375V 1,425V
1,4V 1,45V
1,475V 1,525V
1,5V 1,55V

Nicht aufgeführte Spannungen bleiben unverändert

VID 2 Mod

vid2 ASRock ALiveSATA2 GLAN VCore Mod

Im Gegensatz zum VID1 Mod wird die Spannung bestimmter VID-Konfigurationen nicht um „nur“ 0,05V, sondern direkt um 0,1V angehoben. Außerdem wird beim VID2 Mod die VID-Konfiguration für 1,1V nicht verändert. Cool and Quite funktioniert mit diesem Mod also uneingeschränkt.

Im Bios eingestellte Spannung Nach dem „VID 2“-Mod daraus resultierende Spannung
0,8V 0,9V
0,825V 0,925V
0,85 V 0,95V
0,975V 1,075V
1,0V 1,1V
1,025V 1,125V
1,05V 1,15V
1,175V 1,275V
1,20V 1,30V
1,225V 1,325V
1,25V 1,35V
1,375V 1,475V
1,4V 1,5V
1,425V 1,525V
1,45V 1,55V

Nicht aufgeführte Spannungen bleiben unverändert

VID 3 Mod

vid3 ASRock ALiveSATA2 GLAN VCore Mod

Der VID3 Mod erhöht die Spannung einiger VID-Kombination um 0,2V. Wie beim VID2 Mod, ist auch hier die VID-Konfiguration von 1,1V nicht betroffen. Cool and Quite funktioniert also ebenfalls problemlos.

Im Bios eingestellte Spannung Nach dem „VID 3“-Mod daraus resultierende Spannung
0,8V 1,0V
0,825V 1,025V
0,85 V 1,05V
0,875V 1,075V
0,9V 1,1V
0,925V 1,125V
0,95V 1,15V
1,175V 1,375V
1,20V 1,40V
1,225V 1,425V
1,25V 1,45V
1,275V 1,475V
1,3V 1,5V
1,325V 1,525V
1,35V 1,55V

Nicht aufgeführte Spannungen bleiben unverändert

VID 4 Mod

vid4 ASRock ALiveSATA2 GLAN VCore Mod

Der VID4 Mod hebt die Spannung bestimmter VID-Konfigurationen um 0,4V an. Wie beim VID 1 Mod ist hiervon allerdings auch die VID-Konfiguration für 1,1V betroffen, aus diesem Grunde funktioniert Cool and Quite mit dem Mod nur sehr eingeschränkt.

Im Bios eingestellte Spannung Nach dem „VID 4“-Mod daraus resultierende Spannung
0,8V 1,2V
0,825V 1,225V
0,85 V 1,25V
0,875V 1,275V
0,9V 1,3V
0,925V 1,325V
0,95V 1,35V
0,975V 1,375V
1,0V 1,40V
1,025V 1,425V
1,05V 1,45V
1,075V 1,475V
1,1V 1,5V
1,125V 1,525V
1,15V 1,55V

Nicht aufgeführte Spannungen bleiben unverändert

Nach der Übersicht der möglichen Mods, muss sich nun jeder, aufgrund seiner individuellen Wünsche, für einen Mod entscheiden. Manche Mods machen nicht in allen System wirklich Sinn (bspw. VID1 Mod mit einer CPU deren Standardspannung 1,3V oder 1,4V ist). Nachdem ihr euch nun für eine der Möglichkeiten entschieden habt, geht es ans modden. Hierfür müssen lediglich die beiden, zu einem VID gehörigen, Lötpunkte miteinander verbunden werden. Die entsprechende Lötpunte sind oben mit einem roten Strich markiert. Das Verbinden kann entweder durch Löten oder durch das Verbinden der Kontakte mit Silberleitlack geschehen. Ich würde die Variante mit Silberleitlack empfehlen, da dieser hinterher deutlich einfacher zu entfernen ist. Wichtig ist es, dass ihr sehr sauber arbeitet. Der Abstand zwischen den einzelnen Lötpunkte ist nur sehr gering. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich vor der Durchführung des Mods die Bereiche um das entsprechende „Lötpunkt-Paarchen“ gut abzukleben. Auch nach der Durchführung des Mods sollte vor der Inbetriebnahme nochmals darauf geachtet werden, ob wirklich nur die beiden entsprechenden Lötpunkte miteinander verbunden sind.

Da sich die ASRock Boards in bestimmten Bereich des Layouts häufig sehr stark ähneln, lässt sich der Mod wahrscheinlich auch auf auf weiteren ASRock AM2 Boards durchführen, die auf den ST L6714 zurückgreifen. Solltet ihr ein weiteres Board gefunden haben, bei dem sich der Mod durchführen lässt, wäre es schön wenn ihr uns dies im Support-Thread mitteilen würdet. Sollten wir weitere Möglichkeiten finden, halten wir euch natürlich auf dem laufendem.

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